
"Arctic LNG-2" fordert von südkoreanischer Hanwha Ocean 1 Milliarde US-Dollar für Vertragsbruch

Der südkoreanische Schiffbau-Riese Hanwha Ocean teilte über die koreanische Börse mit, dass die Gesellschaft "Arctic LNG 2" LLC, die zum russischen Konzern NOVATEK gehört, beim Singapore International Arbitration Centre (SIAC) ein Schiedsverfahren gegen das Unternehmen beantragt habe. Darüber berichtet die Agentur Interfax unter Berufung auf das chinesische Portal IMarine. Interfax merkt an:
"Den Gerichtsunterlagen zufolge macht Arctic LNG 2 geltend, dass Hanwha Ocean gegen Interventionsvereinbarungen im Zusammenhang mit einem zuvor gekündigten Vertrag über den Bau von Gastankern verstoßen habe; die ursprüngliche Klageforderung beläuft sich dabei auf etwa 1,37 Billionen koreanische Won (rund 1 Milliarde US-Dollar). Der Schiedsstreit zwischen Hanwha Ocean und LLC Arctic LNG 2 betrifft drei eisbrechende Gastanker."

Den Gerichtsunterlagen zufolge entspricht die von "Arctic LNG 2" von Hanwha Ocean geforderte Entschädigung einem Betrag in Höhe von 22,2 Prozent des konsolidierten Nettovermögens von Hanwha Ocean zum Jahresende des Jahres 2025. Da in der Schiedsanzeige jedoch bislang keine konkreten Schadenersatzposten oder Berechnungsgrundlagen angegeben seien, handele es sich bei dieser Zahl um eine vorläufige Schätzung.
Der Vertrag über den Bau der nun strittigen Gastanker wurde bereits im Jahr 2020 geschlossen. Die Schiffe sollten ursprünglich 2023 an den Auftraggeber übergeben werden. Der Gesamtwert der Verträge belief sich damals auf rund 850 Millionen US-Dollar.
Im Jahr 2022 kündigte Hanwha Ocean jedoch aufgrund westlicher Sanktionen den Vertrag über den Bau der Gastanker. Daraufhin leiteten drei russische Reeder im Mai 2023 ein Schiedsverfahren vor dem SIAC ein und forderten Hanwha Ocean auf, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen sowie Schäden in Höhe von bis zu 1,159 Billionen südkoreanischen Won (etwa 862 Millionen US-Dollar) zu ersetzen. Dieses Schiedsverfahren zwischen Hanwha Ocean und den drei russischen Reedern läuft derzeit noch immer, und die Parteien tauschen weiterhin schriftliche Stellungnahmen und Beweismittel aus, wie das Portal IMarine berichtet.
Der Konzern Hanwha Ocean habe erklärt, dass er seine Argumente zur Verteidigung vorbringen werde, aber auch eine gütliche Beilegung des Streits anstrebe, so die Medien weiter. Vonseiten des Konzerns habe man auch darauf hingewiesen, dass sich der geltend gemachte Betrag im Laufe des weiteren Schiedsverfahrens noch ändern könne; dennoch sei das Unternehmen weiterhin mit einem erheblichen potenziellen finanziellen Risiko konfrontiert.
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