
Serbien führt seine ersten Militärübungen mit NATO durch

Die ersten gemeinsamen Militärübungen mit der NATO haben am Dienstag in Serbien begonnen. Dies teilte das Verteidigungsministerium des Landes mit. Wie es heißt, nehmen an dem taktischen Manöver "NATO-Serbien" etwa 600 Militärangehörige aus Serbien, Italien, Rumänien und der Türkei teil. Das Militär aus mehreren NATO-Ländern, darunter den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, tritt als Beobachter auf und verfolgt den Verlauf der Militärübungen.
Das Manöver findet diese und nächste Woche (bis zum 23. Mai) auf dem Stützpunkt "Süd" und dem Truppenübungsplatz "Borovac" in der Nähe der Stadt Bujanovac statt.
Laut der serbischen Militärbehörde ermöglicht das Manöver den Soldaten der serbischen Armee und der Streitkräfte der NATO-Mitgliedstaaten, Erfahrungen auszutauschen. In der Erklärung des Verteidigungsministeriums hieß es weiter:
"Im Rahmen der zweiwöchigen Feldübungen werden Taktiken, Techniken und Vorgehensweisen trainiert, die bei Friedensmissionen zum Einsatz kommen, darunter die Sicherung von Stützpunkten, der Dienst an Kontrollpunkten, die Kontrolle von Menschenansammlungen und der Kampf im städtischen Umfeld."
Die Übung wird auf Beschluss der serbischen Regierung abgehalten. Das Manöver stellt eine "Fortsetzung der für beide Seiten vorteilhaften, konkreten und transparenten Zusammenarbeit zwischen Serbien und der NATO im Rahmen des Programms 'Partnerschaft für den Frieden'" dar. Diese Zusammenarbeit wird "auf gleichberechtigter Basis und unter Achtung unserer militärischen Neutralität" durchgeführt, so die serbische Militärbehörde. Das Ziel ist es, "der Wahrung von Frieden und Stabilität in der Region" zu dienen, die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte zu verbessern sowie "Vertrauen und gegenseitiges Verständnis" zu stärken.

Noch im März kündigte der serbische Präsident Aleksandar Vučić die gemeinsamen Übungen mit der NATO an, als er die nationale Strategie des Landes, "Serbien 2030", vorlegte. Der Politiker betonte, dass Serbien an seiner Position der militärischen Neutralität festhalten werde. "Wir werden eine Übung mit der NATO durchführen, und mit anderen Partnern, und mit allen (…) Denn all dies trägt zur weiteren Erhaltung und Verbesserung von Frieden und Stabilität sowie zur Gewährleistung der Sicherheit unseres Landes bei", sagte Vučić.
Im März 2022 hatte der serbische Präsident erklärt, dass sein Land dem Militärbündnis wegen der NATO-Bombardierungen von Jugoslawien nicht beitreten werde.
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