
Vize-Bürgermeisterin von Paris macht USA für tödliche Hitzewelle in Frankreich verantwortlich

Die Lufttemperaturen in Europa stellen neue Rekorde auf, und der westliche Teil des Alten Kontinents schmilzt buchstäblich dahin. Touristen aus der Neuen Welt, die sich etwa in Frankreich aufhalten und ebenfalls unter der Hitzewelle leiden, können nicht nachvollziehen, warum das EU-Land auf die Sommerglut so schlecht vorbereitet ist. Influencer und Prominenzen aus den USA kritisieren in den sozialen Medien, dass die meisten Wohnungen in Paris keine Klimaanlage haben. Außerdem wird die Abneigung der Franzosen gegen Klimaanlagen verspottet.

Gegen diese überbordende Welle von Häme ist die Pariser Vize-Bürgermeisterin Audrey Pulvar ins Feld gezogen. Sie verwies auf die Mitschuld der USA am Klimawandel. In den sozialen Medien schrieb Pulvar, dass die Verantwortung des nordamerikanischen Landes für die Erderwärmung und somit für deren Folgen, unter denen Frankreich momentan leide, "wesentlich" sei. Die US-amerikanischen Journalisten und Influencer, die sich seit Tagen darüber lustig machten, dass nicht jede Wohnung in der französischen Hauptstadt mit einer Klimaanlage ausgestattet sei, sollten lieber damit aufhören, den Einwohnern die Leviten zu lesen. Stattdessen sollten die US-Kritiker ihren Teil tun, zumal ihr Land der zweitgrößte Produzent von Treibhausgasen in der Welt sei.
Außerdem argumentierte die Politikerin, dass Klimaanlagen und Wärmepumpen das Klima-Problem nur weiter verschärften, da sie viel Energie verbrauchten und gefährliche Stoffe freisetzten. Auch die US-Städte, wo 90 Prozent aller Gebäude über Klimaanlagen verfügten, seien gegen diese globale Krise nicht gefeit, warnte die Politikerin.
Paris Deputy Mayor Audrey Pulvar says the United States bears a “significant amount of responsibility” for the extreme heat wave across France:
— Republicans against Trump (@RpsAgainstTrump) June 29, 2026
“As the second-largest emitter of greenhouse gas emissions in the world, you bear a significant amount of responsibility for global… pic.twitter.com/AHBcXs2dhB
Nach vorläufigen Angaben der französischen Gesundheitsbehörde ANSP soll die Hitzewelle allein im Zeitraum vom 24. bis zum 28. Juni zusätzlich 1.000 Todesfälle verursacht haben: Vor Beginn der Hitzewelle starben in Frankreich durchschnittlich zwischen 900 und 1.000 Menschen pro Tag, während der heißesten Tage stieg diese Zahl zeitweise auf mehr als 1.400. Laut dieser Statistik sind 85 Prozent der Toten Menschen ab 65 Jahren. Der Anstieg der Todesfälle in der eigenen Wohnung um 40 Prozent fällt dabei besonders auf.
Auch andere Länder melden schwere Folgen der Hitze. Spanien hat mindestens 327 mutmaßliche Hitzetote zu verzeichnen. Die WHO spricht europaweit von mehr als 1.300 zusätzlichen Todesfällen im Zusammenhang mit den Temperaturen von 40 Grad Celsius. Auch in Deutschland, Polen und Tschechien gibt es neue Temperaturrekorde. Meteorologen erwarten zwar, dass sich die Lage in Teilen Westeuropas in den kommenden Tagen langsam entspannt. Gleichzeitig verlagert sich die Hitzewelle jedoch weiter nach Mittel- und Südosteuropa.
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